spectaculum e.V. Hammelburg

Die Geschichte der Gruppe und ihr Selbstverständnis

Aufführung 1989 Der Name spectaculum erinnert zum einen an die Geburtsstunde der Gruppe (1988 / 89), an das "mittelalterliche spectaculum". Damals führten in Hammelburg etwa 60 Personen anlässlich eines Pfarrjubiläums im Umkreis der Kirche und des Kellereischlosses Texte aus dem Mittelalter und der Reformationszeit auf. Die Mehrzahl dieser bunt zusammen gewürfelten Truppe - alle waren absolute Laien, viele spielten das erste Mal vor Publikum - hatte Feuer gefangen: Man machte weiter und behielt den Namen bei. Dieser soll zum anderen Anreiz und Verpflichtung sein: Interessante, anspruchsvolle und ungewöhnliche Stücke (ungewöhnlich zumindest für den ländlichen Raum) werden in (zumindest für Laienbühnen) aufwändigen Inszenierungen und an dafür passenden Orten zur Aufführung gebracht.

Die Gemeinde Elfershausen und ihr Bürgermeister, Otmar Pfister, sowie der Verein der Freunde der Trimburg mit Hans Schneider an der Spitze, engagierten sich sehr, um in den Mauern der Ruine Trimburg Theateraufführungen zu ermöglichen. spectaculum war sogleich begeistert: Auf einer großen Bühne, vor einer zeitlosen Kulisse, im herrlichen Ambiente der Burgmauern sollte und konnte spektakuläres Theater entstehen.
Und weil, quasi als Dank für diese Spielmöglichkeit, ein nicht unbeträchtlicher Teil der Einnahmen als Spende an den Verein der Freunde der Trimburg floss, konnte die Gruppe auch einen Beitrag zur Erhaltung des Baudenkmals leisten.

Da die meisten Mitglieder der Gruppe Hammelburger Bürger sind, war der Wunsch groß, auch in der Heimatstadt auf der Bühne zu stehen. Dies geschah zunächst im Saal des Heinrich Köppler - Hauses.
1997 / 98 setzte sich spectaculum jedoch nachhaltig dafür ein, dass die Stadt Hammelburg die Schlossbühne auf Schloss Saaleck baute. Bürgermeister (Arnold Zeller) und Stadtrat unterstützen das Vorhaben, zahlreiche Firmen und Privatpersonen spendeten teils beträchtliche Summen, die Mitglieder von spectaculum (und die anderer Vereine) leisteten unzählige Arbeitsstunden: 1998 konnte E.T.A. Hofmanns "Goldener Topf" auf der neuen Naturbühne aufgeführt werden.

In den Jahren davor und danach kamen große Werke der Weltliteratur oder Collagen aus Stücken bekannter Schriftsteller zur Aufführung, "Klassiker" wurden ebenso gespielt wie moderne Autoren. Und sie kamen überwiegend beim Publikum an, das durchaus bereit war, anspruchsvolle literarische Kost zu genießen, die in einer auf die Gruppe zugeschnittenen Inszenierung von begeisterungsfähigen Schauspielern dargeboten wurde.
Wenn irgend realisierbar bemüht sich spectaculum auch, die Zuschauer durch ein entsprechendes Flair - seien es ein besonderer Jahrmarkt, begleitende Musik- oder Tanzaufführungen - auf die jeweilige Aufführung einzustimmen. Unzählige Helfer wirken dabei im Verborgenen mit.

Der Gruppe gehören zur Zeit über 60 aktive Mitglieder an, die einen Mitgliedsbeitrag von 18 Euro im Jahr leisten.
Neue Helfer (bei Bühnen- / Requisitenbau, bei Organisation und Technik) und neue Spieler sind jederzeit willkommen. Seit der Gründung Vereins ist es ungeschriebenes Gesetz, dass jeder, der spielen möchte, auch Gelegenheit erhält, auf der Bühne zu stehen. Fast jedes Jahr fand bisher ein Wochenend-Seminar zur Fortbildung der schauspielerischen Fähigkeiten statt, das von einem Profi durchgeführt und von vielen Mitgliedern begeistert angenommen wurde.
Ansonsten verzichtet spectaculum - im Unterschied zu manchen Gruppen in der Umgebung - auf die Mitwirkung von Berufsschauspielern: Alle Mitwirkenden sind waschechte Laien, die viel Zeit, Phantasie und Energie in ihr Hobby investieren.

Copyright 2014 Laienspielgruppe spectaculum e.V. Hammelburg