spectaculum e.V. Hammelburg

Die Schlossbühne

In den ersten Jahren von spectaculum bot zunächst die Trimburg eine ideale Möglichkeit zum Spielen. Von der Gemeinde Elfershausen und dem Verein Freunde der Trimburg unterstützt, nutzte die Theatergruppe fortan das historische und stimmungsvolle Ambiente. Vereinzelt spielte man auch an ausgewählten Plätzen (z.B. um das Rote Schloss) oder in einem Saal in Hammelburg.

Aber schon bald war man auf der Suche nach einem festen Ort in der Heimatstadt, um dort Freilichtaufführungen – das Markenzeichen spectaculums – in direkter Nähe anbieten zu können. Und es gelang, einen nahezu optimalen Spielort dafür zu finden. Unterhalb von Schloss Saaleck, dort, wo früher einmal viele Hammelburger am Sonntagnachmittag ihren Kaffee tranken, lag eine verwilderte, zugewachsene Fläche. Das ehrgeizige Ziel war es, vom Herbst 1997 bis zum Juli 1998 eine große Freilichtbühne zu erstellen, um dort zum 10-jährigen Bestehen der Theatergruppe spielen zu können. Der damalige 1. Vorstand, Joachim Sammüller trug das Konzept vor Ort – also mitten in der Wildnis – den Vertretern von Stadt, Bauhof und Stadtwerke sowie dem Stadtrat vor. Die gediegene Vorbereitung im Stillen zahlte sich aus – man erhielt das „Go“ des Stadtrates unter Beachtung von Auflagen.

Noch vor Wintereinbruch wurde ausgeholzt, Bestandsaufnahme der noch vorhandenen Bauelemente vorgenommen, das Gelände vermessen und durch den Landschaftsarchitekten Valtin Dietz u. Partner (selbst Mitglied bei spectaculum) der Bauplan erstellt. Zuständige Ämter (wie Landratsamt, Amt für Denkmalschutz, etc.) wurden eingeschaltet. Die Sponsorengewinnung wurde verstärkt, zahlreiche Firmenbesuche fanden statt.

Die ersten Arbeiten wurden dann im Februar/März 98 von den Firmen Stolz und Bindrum (kostenlos, wie von fast allen beteiligten Firmen) unter zeit- und teilweiser Mitwirkung des Städt. Bauhofes erbracht.

Alle, die mitgeholfen haben bei der Erstellung der Schlossbühne Saaleck, sind auf der Bronzetafel auf dem Theaterstein am Eingang zur Bühne namentlich genannt. Mit einer zusätzlichen Spendenaktion wurden weitere Gelder gewonnen, so dass man große Teile der Bühnenausstattung zukaufen konnte. Eine starke Leistung erbrachte die Gruppe spectaculum selbst, als sie neben der Proben und Vorbereitungen zum Theaterstück vom April bis zum Juni 98 rund 1800 Mann-Frau/Arbeitsstunden leistete – vorwiegend an Wochenenden! Und im Juli 1998 kam es dann zur umjubelten ersten Aufführung auf der neuen Schlossbühne Saaleck: „Der Goldene Topf“, E.T.A.Hoffmann.

In der Folgezeit wurden weitere Verbesserungen an der Naturbühne vorgenommen. Der Städt. Bauhof machte quasi sein Meisterstück, in dem er die eingefallene Steintreppe, die außen zum Turmzimmer des Schlosses hochführte, wieder hergerichtet hat. Dazu wurden vorhandene Fragmente von Hand nummeriert, abgetragen und mit passenden neuen Steinen ergänzt, wieder zusammengesetzt. Die Begrenzungsmauer zum nördlichen Steilhang wurde restauriert, zwei Versorgungsstände im Zugang zur Bühne ermöglichen seitdem die Bewirtung der Theatergäste. Ein früherer Lagerraum des Weingutes wurde zum sog. Felsenkeller umgebaut und bietet ca. 100 Gästen die Möglichkeit zum Schöppeln und Feiern in den Pausen oder nach dem Spiel.

Wie beim Freilichttheater so üblich, ist man auf der Schlossbühne von den Kapriolen des Wetters abhängig, was dazu führt, dass vor den Aufführungen durch die Spieler unablässig Wetterberichte abgerufen werden, dass besorgte, ja verzweifelte Blicke den Himmel absuchen, dass Petrus eine Inflation an Stoßgebeten erfährt. Andererseits erlebt der Zuschauer eine in die Natur integrierte Bühne mit interessanter Kulisse sowie mit herrlichem Blick auf Hammelburg und das Saaletal. Und wenn dann in der Abenddämmerung Mauersegler oder Turmfalken um den mit Efeu bewachsenen Zehntturm fliegen, während auf der Bühne gespielt wird, dann spürt jeder das Flair dieses Ortes.

Der größte Feind von Freilichtaufführungen ist neben dem Regen der Wind, der schon manchmal heftig vom Sodenberg her um das Schloss bläst. Das ist eine große Herausforderung für die Techniker, deren Können und Zuverlässigkeit hier gefragt ist.

Es gelang auch im Laufe der Jahre, den Service für die Zuschauer zu verbessern: Kostenloser Pendelverkehr mit dem Bus zu Schloss Saaleck, Bänke mit Rückenlehnen oder/und Zuschauertribüne mit Schalensitzen sorgen für mehr Bequemlichkeit.

Zu guter Letzt soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Bühne auch für andere Veranstaltungen (wie Musikdarbietungen, Filmvorführungen, Firmenfeiern, private Feiern, etc.) genutzt werden kann. Die Stadt Hammelburg, als Eigner der Bühne, regelt die Vergabe.

Galerie

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Eingangsweg nach dem Ausholzen

Vor dem Verlegen der Abwasserkanäle
(hinterer Bühnenteil)

Blick nach Nordwesten - nur Fragmente verwertbar

Blick zum Zehntturm - erste Erdarbeiten erkennbar

Einige Bühnensteine sind gesetzt;
deutlich sieht man an der hinteren Wand, wo die abgebaute alte Steintreppe einmal nach oben führte

Einsatzbesprechung von spectaculum

Der fertige Zuschauerraum (mit wassergebundener Decke)

Die Bühne nimmt Gestalt an - die Treppe zum Zehntturm fehlt noch

Wiedererrichtung der alten Steintreppe
   Linker Bühnenteil mit fertiggestellter Treppe

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