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Der gestiefelte Kater

Die Aufführungen fanden statt:

jeweils um 19:30 Uhr im Vereinsheim des MGV Westheim.

Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten

Die szenische Lesung fand statt am

im Pfarrzentrum Hammelburg.

"Der gestiefelte Kater..."

"...oder wie spectaculum das Spiel spielt"

nach Ludwig Tieck

im Vereinsheim des MGV Westheim.

Kindertheater? Märchenstunde?

Damit hat das Stück, das die Laienspielgruppe aufführte, absolut nichts zu tun. Vielmehr handelt es sich um eine Gesellschaftssatire, die von Ludwig Tieck 1797 geschrieben und von spectaculum aktualisiert wurde. Deshalb steht auch nicht das aus dem Märchen bekannte sprechende Tier im Vordergrund, sondern die fiktiven (also von Schauspielern dargestellten) Zuschauer, die mit sehr unterschiedlichen Erwartungen in die Vorstellung gekommen sind.

Worum geht es? Ein junger, moderner Dichter will am Beispiel des Märchens menschliche Schwächen und Marotten aufzeigen. Die Zuschauer nehmen das Geschehen auf der Bühne wörtlich, sie kommentieren das Spiel, diskutieren mit dem Dichter, streiten sich untereinander. Da es dabei auch um aktuelle Themen geht, ähnelt das Stück teilweise einem literarischen Kabarett, das zeitgemäße Fragen stellt zur Bedeutung von Theater und Medienkonsum heute, aber auch Anstoß gibt zu Überlegungen wie z.B. zu der (zugegeben nicht ganz ernst gemeinten) Frage:
"Fördert Rosamunde Pilcher die Emanzipation der Frau?"

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Ensemble

Es spielten:

Wolfgang Althoff, Liane Dietrich, Sandra Eichelbrönner-Fickert, Stephania Eideloth, Christian Fenn, Elisa Fenn, Dr. Sebastian Fickert, Jan-Malte Korff, Torsten Korff, Elisabeth Lamprecht, Dieter Moschinsky, Anne Rauschmann, Birgit Schreiber, Martin Sticht und Franziska Zimmermann

Regie:

Werner Bergmann

Gallerie

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Fotos: Peter Loewens, Michael Mahr
Verwendet zur Anzeige Lightbox 2 von Lokesh Dhakar, CC BY 2.5

"Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten"

von Victor Klemperer

im Pfarrzentrum Hammelburg.

Am 9. November 2014 trug spectaculum in einer szenischen Lesung Einträge aus den Tagebüchern Victor Klemperers im Pfarrzentrum Hammelburg vor.

Der nationalkonservative und sich immer als Deutscher fühlende Victor Klemperer wurde wegen seiner jüdischen Abstammung nach 1933 von den Nationalsozialisten drangsaliert, schikaniert, gedemütigt, verfolgt und sollte schließlich umgebracht werden. Nur mit großem Glück und durch einen makabren Zufall entging er dem Tod in einer Gaskammer. Er führte akribisch Tagebuch, in dem er Erlebnisse, Gefühle, Hoffnungen, Freuden, Ängste und Verzweiflung schildert.

Spectaculum trug in einer szenischen Lesung Einträge vor, welche die Auswirkungen nationalsozialistischer Rassenpolitik beschreiben – damit bekamen die nackten historischen Fakten ein menschliches Gesicht.

Copyright 2016 Laienspielgruppe spectaculum e.V. Hammelburg